Galerie Raum mit Licht

 

AGLAIA KONRAD

»FRAUENZIMMER ZWEI « curated by _ 2014, curated by Moritz Küng

Eröffnung: Donnerstag 2. Oktober 2014, 19 –21 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. Oktober – 7. November 2014

Die Galerie Raum mit Licht freut sich bereits zum dritten Mal im Rahmen von curated by vienna eine Ausstellung zu eröffnen.

Zum diesjährigen Leitmotiv The Century of the Bed, das von der spanischen, in Princeton dozierenden Architekturtheoretikerin Beatriz Colomina vorgeschlagen wurde, hat die Galerie den Schweizer Kurator Moritz Küng (*1961 in Luzern, wohnt in Barcelona) eingeladen, der seinerseits eine neue Rauminstallation der österreichischen Künstlerin Aglaia Konrad (*1960 in Salzburg, wohnt in Brüssel) präsentieren wird.

Als Kurator arbeitet Moritz Küng vor allem an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Er realisiert u.a. Einzelausstellungen mit Künstlern wie Dominique Gonzalez-Foerster, Allen Ruppersberg, Joëlle Tuerlinckx, Cerith Wyn Evans oder Heimo Zobernig und Architekten wie Lacaton & Vassal, PauHof, SANAA und Eduardo Souto de Moura, sowie noch kürzlich die Gruppenausstellung „Die fünfte Säule“ in der Wiener Secession. Die Arbeiten von Aglaia Konrad präsentierte er seit 1996 in zwei Einzelausstellungen und fünf Gruppenausstellungen.

Aglaia Konrad ihrerseits hat seit den 1990er Jahren eine eigenständige Form der Fotografie entwickelt, die den rasant fortschreitenden Prozess der weltweiten Urbanisierung dokumentiert. Mit ihren teils monumentalen Installationen nimmt sie innerhalb der aktuellen Fotografie einen besonderen Platz ein. Nicht nur, dass sie im Laufe der Jahrzehnte ein einzigartiges Archiv über die sich rapide verändernden Stadtlandschaften in amerikanischen, asiatischen und europäischen Metropolen zusammengetragen hat, sie präsentiert ihre Bilder mit einer ebenso expandierenden Wucht, wie es Großstädten eigen ist. Die über Wände und Decken gefalteten, auf Glasfassaden aufgezogenen, auf Platten geschichteten oder als Filme projektierten Bilder sprengen nicht nur den Rahmen der traditionellen Fotografie, sondern lassen den Betrachter oft selbst zum Protagonisten innerhalb Konrads Bildszenarien werden.

Mit jeder Ausstellung entsteht auch eine neue Konfiguration ihrer urbanen Motive – Autobahnen, Baustellen, Flughäfen, periphere Landschaften, Monumente, Ruinen, Satellit-Städte, Wohnsiedlungen oder Bauten der neueren Architekturgeschichte – welche nicht nur die Umwelt selbst sondern auch die Condition Humaine erneut und zwingend ins Bewusstsein rufen.

In ihrer durchaus ironisch betitelten Ausstellung Frauenzimmer ZWEI zeigt Aglaia Konrad eine eigens gebaute Rauminstallation, welche das Innere und Äußere der Galerie neu akzentuiert, eine Bildauswahl der Serien „Shaping Stones“ und „Undecided Frames“ sowie einen aktuellen Film. Zudem hat die Künstlerin im curated by_vienna Katalog einen Textbeitrag mit 675 City-Begriffen publiziert – die Transkription eines ihrer Künstlerbücher aus dem Jahre 2005 – welche dem auferlegten Thema von Beatriz Colomina, The Century of the Bed, Rechnung trägt.


Die Arbeiten von Aglaia Konrad wurden international gezeigt: in Einzel-ausstellungen am Stedelijk Museum Amsterdam (1995), deSingel Antwerpen (2005), Museum für Gegenwartskunst Siegen (2009), Villa Romana Florenz (2011, mit Willem Oorebeek), Sainsbury, Centre for Visual Arts Norwich (2012), Stuk Leuven (2014), Netwerk Aalst (2014) und Gruppenausstellungen wie dokumenta X in Kassel (1997), Shanghai Biennale (2000), Architektur Biennale Venedig (2004), Shenzhen Biennale (2005), Ludwigforum Aachen (2012), Manifesta 9 Genk (2012) oder Mu-zee, Ostende, (2013).
In Österreich waren Einzelausstellungen der Künstlerin im Salzburger Kunstverein (1993), im Architektur Zentrum Wien (2001), bei Camera Austria in Graz (2004) und aktuell im Fotohof Salzburg (2014) zu sehen.
Aglaia Konrad gewann mehrere Preise: Otto Mauer Preis, Wien (1997), Camera Austria Preis der Stadt Graz (2003), Grand Prix de la Photography, Vevey (2004), Würdigungspreis für Fotografie BMK, Wien (2006) und Albert Renger-Patzsch Preis, Folkwang Museum, Essen (2006).
Ergänzend zu ihrer Arbeit publiziert Aglaia Konrad regelmäßig Künstlerbücher: Rio de Janeiro (1996, Galerie Museum, Bolzano), Elasticity (2003, NAi Publishers, Rotterdam), Iconocity (2005, Walther König, Köln), Desert Cities (2008, Roma Publications, Amsterdam), Carrara (2011, Roma Publications, Amsterdam), Zweimal Belichtet (2014, Eigenverlag). 

Moritz Küng (°1961, Luzern / CH, lebt in Barcelona) arbeitet als Ausstellungskurartor und Herausgeber auf der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Zu seinen aktuellen Projekten zählen Mevis & Van Deursen – Our Art (Brno Biennial for Graphic Design, 2014), Peter Downsbrough – The Book(s) (Fabra i Coats, Barcelona 2013), The Umbrella Corner (ProjecteSD, Barcelona 2012-13), Die fünfte Säule (Secession, Wien 2011), das Symposium The Age of Less (La Loge, Brüssel 2013) oder das Seminar Vom Verschwinden der Ausstellung (HfG-Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe 2013). Er kuratierte zweimal den Belgischen Pavillon an der 25. Kunstbiennale in Sao Paulo (2002) und der 11. Architekturbiennale in Venedig (2008), wo er zudem in 2010 als Jurymitglied für die Goldenen Löwen agierte.

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