CAROLINE HEIDER & JEMIMA STEHLI
»DER VERSCHOLLENE: BODIES OF WORK«
Vernissage: Mittwoch 14. März 2012 ab 19:00
Ausstellungsdauer: 15. März - 5. Mai 2012
In der kommenden Ausstellung »Der Verschollene: Bodies of Work« verhandeln Jemima Stehli und Caroline Heider den fotografischen Bildraum als jene Identifikationsoberfläche des Körpers, die in Wahrnehmung und Handlung tagtäglich neu konstruiert wird.
Jemima Stehli reinszeniert hierzu Konzepte bekannter KünstlerInnen und schlüpft selbst in die Rolle der „anderen“, indem ihr eigener, nackter Körper gesichtslos als Projektionsoberfläche im Bild erscheint. In ihren Faltbildern hinterfragt Caroline Heider den repräsentierten Bildkörper selbst: Durch Faltungen entstehen am Fotomaterial Ausblendungen, deren Leerstellen nur mit unserer eigenen Identifikation mit dem Vorbild ersetzt werden können.
Die Fragmentierungen des Körpers im Bild und am Bild führen bei beiden Künstlerinnen letztendlich zu einer Dekonstruktion des Begehrens nach dem Bild-Objekt. Ihre Werke sprechen hierdurch von einer möglichen Subjektivität, die durch das Bild entsteht und aus dem Bild blickt.
Jemima Stehli studierte Bildende Kunst am Goldsmith’s College in London. In ihren fotografischen Arbeiten stellt sie genau jene Mechanismen des Blickes in den Vordergrund, durch welche die Betrachtenden unweigerlich in Gefahr geraten, mit sich selbst konfrontiert zu werden. Die Frage: ist es die Künstlerin oder die Betrachterin selbst? – wird in ihrem Schaffen aus mehreren Blickwinkeln formuliert. Für ihre Werke wurde sie mit den Individual Artists - Preis von London Arts Board ausgezeichnet. Stehlis Arbeiten wurden in den letzten zehn Jahren mehrmals ausgestellt und sind sowohl in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und in den USA vertreten.
Caroline Heider studierte Bildtechnik und Kamera an der Filmakademie Wien - Universität für darstellende Kunst (2001-2008) und Bildende Kunst und Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Eva Schlegel und Matthias Herrmann (2003-2009). Zudem vertiefte sie ihre künstlerische Praxis mit einem Auslandsaufenthalt an der Glasgow School of Art (Sculpture & Environmental Art). In ihrer künstlerischen Herangehungsweise ist das Moment der „Störung“ des Blicks konstitutiv für die Hinterfragung der Ordnung des Bildes. Heiders Behandlung der Fotografie ist somit konzeptuell, sie wählt vorhandene Bilder und Blickkonstruktionen, um diese als „repräsentationspolitische Instrumentalisierungen“ (Andreas Spiegl) zu begreifen. Heiders Schaffen ist geprägt durch ihre rege Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. Sie wurde für ihre Werke mit zahlreichen Preisen, u.a. Outstanding Artist Award des Bundeskanzleramtes für Unterricht, Kultur und Kunst 2011, ausgezeichnet und ist in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.