Galerie Raum mit Licht

 

FRIEDL KUBELKA

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Eröffnung: Mittwoch 15. September 2010, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. September - 22.Oktober 2010


Der Titel bezeichnet einerseits das Bemühen der Künstlerin, mit Hilfe des Photographierens und Filmens sich eine authentische Identität anzueignen, sowie die Vergeblichkeit dieses Bemühens. Andererseits soll betont werden, dass Photographie (Friedl Kubelka) und Film (Friedl vom Gröller), (welche ist größer?), sich in ihrem Leben gegenseitig bedingen. In der Ausstellung sind sie miteinander verwoben.

In den frühen siebziger Jahren hat Friedl Kubelka mit Pin Ups, Paris, und dem ersten Jahresselbstportrait 1972/73 international Aufmerksamkeit erregt. Sie verweigerte sich dem Kunstmarkt und dem Galeriewesen weitgehend, zeigte zum Beispiel ihre 365-splittrigen Spiegel die Hauptwerke der letzten 15 Jahre (Jahresportraits1997/98, 2002/03, 2007/08) nicht in der Öffentlichkeit.

In dieser Ausstellung Friedl Kubelka <> Friedl vom Gröller werden frühe Portraits seit den sechziger Jahren, u.a. Franz West, Peter Ponger, Walter Pichler, Hermann Schürrer, Peter Weibel, Susanne Widl, Reinhard Prießnitz und Portraits von Freundinnen und Modellen zusammen mit frühen Filmen (1969 – 2010) gezeigt. Einige nie veröffentlichte serielle Arbeiten und indexartig zwei der letzten Jahresportraits lassen an das ursprüngliche Konzept der Künstlerin, das der vielteiligen Photoarbeiten, erinnern.

FürFriedl Kubelka und Friedl vom Gröller stellt das menschliche Antlitz die einzige nie ausschöpfbare Quelle des Begehrens dar. Dahinter, als Motivation des Abbildens, verbirgt sich der spannungsgeladene Prozess während des Photographierens und Filmens – der Raub, die Verführung – und der damit verbundene Kontakt zum Modell.

www.fotoschule-filmschule.at
www.kuenstlerischephotographie.at
www.unabhaengigerfilm.at


FILMABEND FRIEDL VOM GRÖLLER


29. SEPTEMBER 2010 um 19.00


In der Ausstellung wird Friedl vom Gröllers filmisches Schaffen im Rahmen eines ausgewählten Filmprogramms präsentiert werden.

Still aus Sebastian Mekas, 2004


Friedl Kubelka verknüpft in ihrer Arbeit Grundlagen der Psychoanalyse mit der prägenden Faszination, die vom menschlichen Antlitz ausgeht. In den Photographien der Künstlerin und  in ihren Filmen erweist sich das Gesicht eines (anderen) Menschen als privilegierte visuelle Quelle des Begehrens und seiner Symptome, der Verschiebungen und Verdichtungen von psychischen Energien. Es scheint, als ob Kubelka „Psyche“ im photographischen Raum auslegen, ausdehnen würde. Die Kamera wird in ihren Händen zum besonderen Zugangs-Ort zur Ausgedehntheit des Unbewussten. Auf dieser Ebene werden Kubelkas Photo-Sessions beinahe zu psychoanalytischen Sitzungen.

Mika Elo