Galerie Raum mit Licht

 

GERHARDT MOSWITZER

»SKULTPUREN 1960-1990«

Eröffnung: Dienstag 13. Jänner 2009, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 14.01 - 28.02.2009


Gerhardt Moswitzer – ein Spieler geometrischer Formen

Seit den 60er Jahren hat Gerhardt Moswitzer sich mit dem Zusammenspiel geometrischer Formen beschäftigt, zuerst mit Skulpturen aus Eisenresten und altem Eisenzeug, dann mit Stahl, dessen geschnittene Platten später mit anderen Metallen oder Plexiglas kombiniert und kontrapunktiert wurden. Dabei änderte sich auch allmählich der Gesichtspunkt von drei Dimensionen in Richtung zweier Dimensionen, die in den sogenannten Rahmenskulpturen der 80er Jahre ihren Abschluß fanden. Im Laufe dieses Jahrzehnts begann Gerhard Moswitzer sich auch mit Zeichungen und photographischen Experimenten zu befassen, bis er sich fast ausschließlich computergraphischen Animationen zuwandte, in denen die dritte Dimension durch den Zeitvektor ersetzt wurde.

Seine Arbeiten sind fast ausschließlich abstrakter Natur. In Anbetracht eines historisch bedingten, sehr verspäteten Zugangs österreichischer Künstler zur abstrakten Kunst ist sein Werdegang sicher einzigartig und ungewöhnlich und sowohl von den meisten seiner Zeitgenossen als auch von der kulturellen „Szene“ insgesamt unberührt geblieben. Seine Wurzeln dazu kann man wahrscheinlich in der steirischen Eisenerzeugung finden wie in den alten bäuerlichen Schmieden, die im vergangenen Jahrhundert noch zu jedem Gehöft gehörten. Unsere Ausstellung bezieht sich auf diese ältere Periode. Eisen ist doch ein besonderes Material, dessen Formgebung beschränkt und dessen Gestaltung nicht leicht zu bewältigen ist. Sein Reiz erschließt sich in den Schattierungen der rostigen Farbe, den Kontrasten und den Spannungen zwischen einfachen Strukturelementen, die in ihrer Variation auf unendliche Möglichkeiten hindeuten.

Abstrakte (nichtfigurale) Kunstwerke erfordern vom Betrachter ein spezielles Einfühlungsvermögen, das auch von ihren Verehrern nicht immer aufgebracht werden kann und dessen Anforderungen man nicht immer gewachsen ist. Einerseits reduzieren sie den emotionellen Gehalt auf einfache archaische Grundsätze. Wenn deren internen Spannungen und Lösungen vom Betrachter nicht empfunden oder verstanden werden, führt dies notwendigerweise zur Auffassung, daß sie inhaltsleer sind. Andererseits ist unser menschliches Bedürfnis nach emotionalen Assoziationen so stark ausgeprägt, daß es dazu verführt, Inhalte zu sehen, die der Künstler nie in Betracht gezogen hat, oder dazu verleitet, interessante formale Aspekte außer Acht zu lassen und als rein ästhetisch abzutun. Vielleicht funktionieren abstrakte Kunstwerke jedoch als verschwommene Spiegelbilder unserer Emotionen, Erfahrungen und Denkweisen, deren genaue Konturen immer wieder überprüft und abgesichert werden müssen. Ihre Betrachtung verheißt kein schnelles Glück sondern erfordert längerfristige Reflexionen.

Gustav Ammerer 2008


www.moswitzer.at