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MARK ROSSELL
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AUSSTELLUNG MARK ROSSELL UK/ New Zealand

"RETAKE"

 

Ausstellung: 16. Mai - 27. Juni 2008

Mark Rossell arbeitet in erster Linie als Bildhauer. Seine auf dem Boden und an die Wände platzierte Objekte haben eine forensische Qualität, deren Ursache in der früheren Beschäftigung des Künstlers mit der Sterblichkeit zu finden ist. Seine Arbeiten scheinen Versuche zu sein, Prozesse des Verfalls festzuhalten; eine Suche nach Beweisstücken, um ein vergangenes Leben zu dokumentieren und zu ehren; wie eine feierliche Meditation über hinterlassene Spuren, physisch oder auf subjektive Weise mitschwingend.

Obwohl Trauer diese Arbeiten umgibt, sind sie nicht, wie manche meinen, Produkte eines morbiden Denkens. Rossell ist viel mehr beschäftigt mit den Gedanken über Erneuerung, Umwandlung und Metamorphose, als auf rührselige Weise beim Dahinscheiden zu verweilen.

Das schließt aber nicht aus, dass ein Schleier von Melancholie alles durchdringt, aber wie uns die großen holländischen und flämischen Maler von Stillleben vormachen, ist Melancholie niemals weit von Schönheit, ein ständiges Widerspiegeln und dessen Hauptkomponente.

Tierkörper konserviert in Resin oder Teile von menschlichen Körperabdrucken - Rossell fordert den Betrachter heraus über den Tod nachzudenken , bietet aber auch sichtbare Strukturen und mögliche Szenarien, die mit Vorschlägen über Reisen von einem Reich zum anderen trösten. Der Künstler erklärte, dass seine Arbeiten Versuche seien, „to sing the song“ des Körpers auf bildhauerische Weise und seine ausgefeilten Konstruktionen, die architektonischen Gewölben oder den Rippen eines Bootes ähneln, scheinen den Körper der Verblichenen wie auf einer letzten Reise zu enthüllen, ähnlich einer ägyptischen Bestattungszeremonie.

Eine Art geheiligter Raum wird dadurch gebildet, gleichzeitig real und metaphysisch. Dies führt zum doppelten Effekt, dass der Blick des Betrachters sich auf das Innere konzentriert, auf den lebensentzogenen Körper und auf die ins Sichtbare gebrachte „Seele“ – durch ausstrahlende Kurven in der Struktur.

Diese Konstruktionen beschreiben einerseits eine rhythmische größer werdende Ausströmung des Geistes, andererseits aber auch den Eindruck von Zurückhalten, wie sakrale Gefäße, die der Seele Platz für Ruhe bieten.

Während sich viele Arbeiten Mark Rossells auf ein zentrales Thema beschränken: die Beziehung von Physischem und Transzendenz, sind die Materialien, mit denen er seine Ideen umsetzt verschieden. Er ist sichtlich fasziniert von den verschiedenen Arten an synthetischen Materialien: wie PU-Schaum, Plastikfolie, Polyester Resin, Silicon und Vinyl und achtet darauf, ihre spezifischen Eigenheiten zu erkennen und einzusetzen.

Verbunden mit diesem Wissen und mögliche Anwendungskriterien, lässt Rossell auch dem Zufall seine Chance, besonders in den technisch herausfordernden Resin Blöcken. Er erreicht gerade die richtige Balance zwischen Kontrolle und den zufälligen Effekten entstehend im Prozess, das zur Spannung Klarheit – Unklarheit führt. Man schaut in diese mystische und durchscheinende Blöcke und erspäht Hände und Gesichter (die einige Betrachter an die Sünder in Dante´s „Inferno“ erinnern könnte), eine Blase oder durch Oxydation entfärbte Stellen, die bei der Herstellung entstehen, fügen eine bizarre und unerwartete Schönheit hinzu.

Mark Rossell ist damit zufrieden seinen eigenen Weg zu gehen, unabhängig arbeitend außerhalb der bestehenden herrschenden Trends. Da ist keine modische Empfindung von Verlust oder Nostalgie oder irgendein leichtfertiger Kommentar über die Vergänglichkeit der Existenz (es gibt genügend Künstler, die sich damit beschäftigen), nur ein ehrliches und tief empfundenes Nachdenken über den unerklärlichen Zustand, der dem Tod folgt. Das Risiko ist hoch. Mit Bildhauerei wählte er den physischsten Weg unter den bildenden Künsten um zu entdecken und greif/fühlbar zu machen, was unsichtbar ist und vielleicht nicht einmal existiert. Dass er dieses Paradoxon überschreitet und erfolgreich ist, zeugt von der Integrität seiner Vision und der Kraft seiner bildhauerischen Fähigkeiten.

Martin Huxter, Wien, Mai 2008
(übersetzt aus dem Englischen von Helga Nährer)

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Working mainly as a sculptor, Mark Rossell's floor and wall based pieces have a forensic quality which is the direct result of the artist's preoccupation with mortality. His works appear to be attempts at arresting the process of decay; a search for evidence to document and honour a life departed; solemn meditations on traces left behind, physically, or resonating in a subjective mind. Although there is an element of ‘lament' to these works, they are not, as is frequently claimed, the products of a morbid mind. Rossell is much more concerned with the concepts of renewal, transmutation and metamorphosis to dwell on the extinction of the individual in a maudlin way. This is not to say though that a feeling of melancholy does not pervade, but as the great Dutch and Flemish still-life painters remind us, melancholy is never far from beauty, constantly shadowing it, and is indeed a key component of it.

Using the bodies of animals preserved in resin, or casts of human body parts, Rossell challenges the viewer to contemplate the nature of death, but offers visible structures and possible scenarios which console with suggestions of journeys from one state to another. The artist has commented that his works are an attempt, in sculptural terms, to ‘sing the song' of the body, and his elaborate constructions, resembling architectural vaulting or the ribs of a boat, appear to bare the body of the deceased on a last journey, like an Egyptian funerary barque. A kind of sacred space, both real and metaphysical, is achieved. This has the dual effect of concentrating the viewer's thoughts inward, onto the life-drained body, and appearing to make what we might call its ‘soul' visible through radiating curves of the structure. While these constructions can describe a kind of rhythmically expanding emanation of spirit, they also create a sense of containment, like sacral vessels offering the soul a place of repose.

Whereas much of Mark Rossell's work concentrates on one central theme: the relationship of physicality and transcendency, the materials he deploys to carry his ideas are many and various. He is clearly fascinated by the different properties of a wide range of synthetics: such as foam, plastic-wrap, polyester resin, silicon and vinyl and takes care to understand their possible applications and limitations. Coupled with this knowledge and consummate control over his materials, Rossell is also prepared to let chance have its say, especially in the series of technically demanding resin blocks. He achieves just the right balance between control and the accidental effects of process, resulting in a tension between clarity and obscurity. As one peers into the mysterious translucent depths of these blocks and sees the hands and faces, (which might remind some viewers of the sinners in Dante's ‘Inferno') a bubble or discoloured area of oxidation, resulting from the resin's curing process, might add a bizarre and unexpected beauty.

Mark Rossell is quite content to go his own way, working independently outside current trends. There is no fashionable sense of loss or nostalgia, or any easy comment on the transitory nature of existence, (there are enough artists dealing with these) just an honest and deeply felt contemplation of the undefined ‘in-between state of being' following death. The stakes are high though. In sculpture he has chosen the most physical of the visual arts to explore and make tangible that which is invisible and may indeed, not even exist. That he overcomes this paradox and succeeds in his objectives is testimony to the integrity of his vision and to the power of his abilities as a sculptor.

Martin Huxter, Vienna, May 2008.

www.amrossel.com

 

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