Galerie Raum mit Licht

 

NANA DE BARY »STILL«

Vernissage: DIENSTAG 18. September 2007 VON 19.00 - 21.00
Ausstellungsdauer: 19.09 - 13.10.2007




Nana de Bary hat eine Wasserkatastrophe erlebt, sie ist dem Tsunami in Thailand mit knapper Not entkommen, dem Wasser mußte sie die Technik (notebook und Kamera) überlassen. Sie fotografiert seither Wasser. Das Foto („still“) betrügt einen immer mit dem Vortäuschen von Dauer. Nähe und Ferne kann man sich im Bildausschnitt vorstellen, aber erst einmal sind sie weggeschoben, über den Bildrand hinaus, so wie das Wasser alles, was da war, mitgenommen und vernichtet hat. Nur die Reste hat es dann hingespuckt. In der Gegenstandhaftigkeit von Wasser, wie die Fotokünstlerin es darstellt, in diesem jeweiligen Block Wasser, wo Wellen, und musterhaft regelmäßige, fast wie maschinell erzeugte Luft- und Lichtspiegelungen für Bewegung sorgen, die aber gleichzeitig auch konserviert, wie eingefroren ist, aber als Bewegung, nicht als etwas Abstraktes, in dieser Objekthaftigkeit des Wassers also ist gleichzeitig immer dieses Kein Maß Haben enthalten. Das begrenzte Bild sprengt gleichzeitig seinen Rahmen, denn das Wasser, das darauf darstellt, gezeigt wird, scheint unserer Beherrschung unterworfen zu sein, aber es enthält auch, daß sich das jeden Augenblick ändern könnte, und dieser Augenblick, in dem sich alles ändern könnte und etwas aus dem Bild hervorschießt, das nicht mehr eingefangen werden kann, ist in den Fotografien mitgedacht und springt einen an, während er, der eine Augenblick, in dem alles passieren wird, noch still im Bild stehenbleibt und wartet.

Elfriede Jelinek