Galerie Raum mit Licht

 

RINI TANDON

»TO SPACES UNSIGNED«

Eröffnung: Mittwoch 28. April 2010, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. April - 04. Juni 2010


Die Galerie Raum mit Licht zeigt Arbeiten von Rini Tandon aus einem Spektrum spezifischer Studien und Modellentwicklung, die sich mit Inhalten des absoluten und abstrakten Raumes beschäftigen. Zur Konzeption der Ausstellung wurde innerhalb eines skulpturalen Arbeitsprozesses eine Basis entworfen, welche die daraus entstandenen Ergebnisse von Objekten, Photo-Arbeiten und Zeichnungen in einem Werkzusammenhang veranschaulicht.

Der Titel der Ausstellung to spaces unsigned fokussiert ungekennzeichnete Räume, losgelöst von Attributen oder Gebrauchswerten, gegenüber einem gebräuchlichen Verständnis worin Raum als Besitz oder Mittel zur Macht verstanden wird. Den Inhalt des Begriffs ‚Null’ erforschend, analysiert Tandon Strukturen, die durch Materialien und deren Beziehung zu den Eigenschaften des Raums ausgelotet werden. Sie fusioniert theoretische Information mit Erfahrungswerten und trennt sie von einander, um das ‚Unsignierte’ zu lokalisieren, wobei Konkretion mit poetischer Metapher konfrontiert wird.

„…ihre Interessen richten sich nicht nur auf ‚die Unsichtbarkeit des inferentiellen, sondern auch mit dem Nicht-wahrnehmbaren des allgegenwärtigen Raumes’…Rini Tandons Werke, die, die Sprache des Minimalismus bevorzugen, beschäftigen sich mit der Materialität, Raum und Zeit, sowie unterschiedlicher Erscheinungen von Strukturen der Energieformen. Ihre Herangehensweise tangiert mit verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen worin ihre stetige Suche nach kosmologischen Ursachen eine Nähe zur Quanten Physik zeigt.“
(Peter Nagy: „On the Work of Rini Tandon", Neue Galerie, Landesmuseum Graz, 2000/Text: Berlin 2009.)

Tandon verwendet zahlreiche Materialien und Medien um elementare Aspekte der Naturwissenschaft auf ihre Eignung zu testen. Selbst Zeit und Raum beansprucht sie wie gefügige ‚Materialien’ wobei photographische Aufnahmen neu modelliert werden, wie in den photographischen Arbeiten Optical Chasms, The Geometry of Illusion 2 oder Shooting Location. Die vorliegende Serie von Arbeiten fokussiert den Mechanismus der Interaktion von Objekt und Wahrnehmung, worin ein neuer interaktiver Raum an der Schnittstelle des Objektes und dessen Wahrnehmung gebildet wird.

„Die Künstlerin schafft Skulpturen aus festen Materialien, die den Zustand der Fluidität nachzustreben scheinen, wobei die photografischen Arbeiten eine skulpturale Ursache, eine Konvergenz zur drei Dimensionalität zeigen. Ausschlaggebend dabei ist, ist ihre Beschäftigung mit den topologischen Aspekten der Wahrnehmung.“
(Camilla Nielsen, „Making a Splash“, ART INDIA, 2009.)

Skulptural entwickelte Modelle suchen verschränkbare Spielformen des ‚Finits’ in den Attibuten des Raumes, entsprechend den Arbeiten Concrete Time, Breath-Field or Wandering Attributes. Die Objekt-Installation Echo Location 2, die aus unregelmässigen Formen besteht, wird von einem vorgefertigten, blauen Linienkörper ‚gescannt’ und bezeichnet. Davon ausgehend dass Nicht-Wahrnehmbarkeit eine untrennbare Eigenschaft von Wahrnehmung ist, entspricht das Konstrukt oszillierender Ausdehnung, dem Wellen reiten auf bestehenden Strukturen des Raumes.

„Tandons neue Arbeiten sind erzwingend, wenn diese als eine künstlerische Untersuchung von fachspezifischen Themen verstanden werden. Die Künstlerin vermittelt den BetrachterInnen Information und damit auch ihrer Faszination. Dies ist letztendlich eine ästhetische Stärke…,die den BetrachterInnen einlädt, über die Neugierde der Künstlerin nachzudenken und mit ihren ausgeprägten intellektuellen Themen mitzufühlen.“
(Ana Finel Honigman, ARTFORUM, 2009.)

Rini Tandon, geboren in Indien, lebt und arbeitet seit 1978 in Wien. Studium an der Universität in Dehli und Baroda, Indien und an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien. Lehrtätigkeit an der Universität für angewandte Kunst, Wien. Zahlreiche Publikationen begleiten ihre Ausstellungstätigkeit.

www.rinitandon.com