Galerie Raum mit Licht

 

SIEBEN JAHRE RAUM MIT LICHT

Eröffnung: Mittwoch 22. Mai 2013 19 Uhr - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 23. Mai - 29. Juni 2013

Aliki Braine, Georgia Creimer, Jonas Feferle, Käthe Hager von Strobele, Caroline Heider, 
Stephan Hilge, John Hilliard, Markus Hofer, Ernst Koslitsch, Friedl Kubelka, Edgar Lissel, 
Laura Medler, MACHFELD (Sabine Mayer, Michael Mastrototaro), Anna Mossman, 
Klaus Pamminger, Roman Pfeffer, Abigail Reynolds, Lindsay Seers, Jemima Stehli, 
Rini Tandon, Elisabeth Wildling, Anita Witek

Image © Amelie Chapalain

SIEBEN JAHRE  RAUM MIT LICHT


RAUM-MIT-LICHT  der Name ist programmatisch.
Der Raum scheint als realer sowie als imaginärer Bildraum zum zentralen Objekt zu werden.
Das Licht, Medium des Sehens und Maß der Zeit, wird durch Erinnerung und Wiederholung
zur Fotografie.

Vor  7 Jahren wurde Raum mit Licht gegründet.
Von Beginn an hatte sie sich einem ungewöhnlichen Programm verschrieben.
Fotografie und Skulptur, zwei auf den ersten Blick fremde Kunstgattungen, sollten
gezeigt werden. Beide Medien in ihrer Eigenständigkeit konsequent thematisiert ergaben überraschende Synergien und schufen so eine differenzierte Programmatik.
In der Kaiserstrasse stand neben dem eleganten, neu adapierten Galerieraum ein romantisch verfallender Werkstattraum im Hinterhof zu Verfügung, ideal um sowohl fotografischem Material wie raum-greifenden Objekten einen Ort zu geben. Beide Stimmungen werden seither in kontinuierlicher Präsenz der dem Projekt verbundenen Künstler und eingestreuten experimentellen Präsentationen genutzt.
Um den gewählten Ansatz schärfer hervortreten zu lassen, wurde besonders die Fotografie in ihrer Medialität in alle Richtungen hin ausgelotet, ihre sonst geläufige Aufgabe der Repräsentation von Realität völlig hinterfragt. Einer inneren Entwicklung im Kontakt zu Künstlern folgend, wurden in den ersten Jahren die dem Medium eigenen Bedingungen exemplarisch vorgestellt. Neue Technologien und experimentelle Versuchsanordnungen kamen ins Spiel, wesentlich wurde aber die (oft manuelle) Bearbeitung des Bildträgers. Es entwickelte sich eine Sicht auf die Fotografie als Kunst des performativen Handelns. Fotografie als Akt und Erforschung des Materials, in diese Erweiterung der Koordinaten fällt auch die Skulptur.

Die Öffnung des Mediums wird nicht um seiner selbst willen, als l´art pour l´art, betrieben. Es geht, wie Walter Moser, Moholy-Nagy zitierend, in der Publikation  »Fifteen Artists« schreibt, um das Erschaffen neuer Relationen.

Neue Relationen bringen neue Wirklichkeiten hervor.
In unterschiedlichen künstlerischen Strategien wird das Bild zerschnitten, geklebt und neu fotografiert, im Negativ wie im Positiv gekratzt und bezeichnet.
Filmische Anleihen, die Installation als Objekt und die Resonanz mit räumlichen Interventionen sind möglich. Spiegelungen und raffinierte Körper/Kamera Junktionen bringen die Autor/innen wie den Betrachter auf dieselbe Ebene oder öffnen imaginäre Welten. Neben dem räumlich oder fast Skulptural-Werden der Bildfläche wird die Zeit als das fotografische Element per se thematisch.
Dieses zentrale Faktum des Fotografischen, einige Sekunden Wirklichkeit auszuschneiden, öffnet das einzelne Bild zum Narrativen in Zeit und Geschichte und findet konsequent seinen Ausdruck in konzeptuellen, seriellen Arbeiten. „Konzeptkunst“ wird zum Synonym für die Möglichkeiten des Mediums selbst, einen Ausdruck für die komplexen Lebenswirklichkeiten des Einzelnen zu bieten.
Hier fällt die Neigung zum intellektuellen Understatement der brittschen Konzeptkunst ins Gewicht.
Doch die Option, s/eine Geschichte als Abfolge oder Inversion von fotografischen Momenten zu  erzählen oder phantasieren, und damit Abstraktion, Durchdringung und neue Zusammenhänge zu erkennen, ist ebenso Grund der Arbeiten einiger österreichischer Künstler der Galerie.
Selbst-Referentialität der Bilder und die Brüchigkeit von Raum/Zeit Konzepten .
Auch die  konsequente Bearbeitung der Themen in kleine Publikationen zur Vermittlung an das Publikum scheinen diesem Umgang mit Bildern zu entsprechen.

Konzeptuell den Rahmen des eigenen bildnerischen Schaffens zu setzten und diese Reflektion der Person mit zu erzählen, ist allen über die Jahre ausgestellten Künstlern eigen.
Subjektivität und Selbstreflektion als Ausgangspunkt jeder künstlerischen Handlung sind auch der Maßstab für die, oft impulsive, Setzung eines Galerieprogramms

7 ist eine Primzahl - sie steht hier für das Singuläre, Einzigartige, das man in jeder künstlerischen Position verkörpert sieht.

»Die aktuelle Ausstellung führt  diese Entwicklung in exemplarischen Werken und Konstellationen vor Augen ;
gezeigt werden Arbeiten verschiedener Künstler aus dem Programm der Galerie, weniger in chronologischer, als vielmehr thematischer Schwerpunktsetzung.«

Text: Daniela Hölzl


JONAS FEFERLE


SPIECE 1
Diplomausstellung in raum2
Eröffnung: Donnerstag 20. Juni 2013 von 18 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 21. Juni - 29. Juni 2013


SPIECE 1


Raum ist eine interessante Sache; jeder davon ist einzigartig und birgt Verborgenes im Vorhandenen.
Jede Herangehensweise an Raum ist divergent, jedoch stets der klaren Intention folgend, Verborgenes im Vorhandenen durch das Zusammenspiel von Material, Form und Raum sichtbar in ein Verhältnis zueinander zu bringen. In dieser Trias stellt das Material jene Konstante dar, welche formal auf räumliche Spezifika reagiert, um eo ipso ein neues Verhältnis zu Raum herzustellen.

Im dreidimensionalen Raum wird das Material ( hier: Rechtecke aus 2mm starken Aluminiumplatten) temporär zu Fläche und Körper und verbirgt physisch erfahrbar Vorhandenes.
Im zweidimensionalen (Bild-) Raum wird das Material seiner Funktion nach als Trägermaterial selbst zum Verborgenen und erst durch mechanische Eingriffe im Bildraum permanent sichtbar.