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WALTRAUD PALME
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WALTRAUD PALME

Die Eule, der Schlaf und die gemischten Gefühle

 

Ausstellung: 18. Oktober - 17. November 2007
Einführung: Timm Starl

Waltraud Palme
Die Eule, der Schlaf und die gemischten Gefühle

Seit ich schreiben und lesen kann, notiere ich meine Träume. Immer wieder bin ich erneut überrascht über die Fülle an Ideen und Kombinationskraft meines Nachtlebens.

Seit ich denken kann, zeichne ich. Diese Tätigkeit begleitet mich durch meine Tage, es ist eine Art "Aufzeichnen", dem Notieren eines Tagebuchschreibers gleich.

In dieser Ausstellung zeige ich Werke, in denen ich meine fotogrammatische Arbeitsweise  mit zeichnerischen Impulsen verbinde.

Das Thema Traum beherrscht die Titel der Bilder. Allerdings geben die Bildgegenstände nicht die tatsächlichen Trauminhalte wieder. Es lösen vielmehr die fertigen Arbeiten ähnlichen Gefühle des Erstaunens aus, wie die beim Erwachen aus einem Traum.

Im Gegensatz zu aufbauenden Techniken, in denen  man Schritt um Schritt zufügt, entsteht ein Fotogramm im Dunkeln auf einmal, für die Augen der Erzeugerin "aus der Entwicklerschale heraus." Eine Art magischer Vorgang, den man nur davor, doch nicht mehr - sieht man von experimentellen Verfahren ab - währenddessen beeinflussen kann.

Diese Parallelität  ist es auch, auf die der Titel verweist.

 

Short Cuts

Fotogramme - Fotoarbeiten, die als Unikate in der Dunkelkammer ohne Verwendung der Negativbühne entstehen - haben mich schon in meiner Kindheit  fasziniert.

Ich durfte oft, nachdem mein Vater seine Abzüge in der Küche unserer Altbauwohnung ins Schwemmbad gelegt hatte, selbst mit Licht und Schatten und den kalt gewordenen Chemikalien experimentieren.

Auflegen, weglegen, abdecken, bewegen: auch heute reizt mich vor allem der haptische Aspekt dieser Bilderzeugung - dieses Hand-Werken nach einem vorgefassten Plan, dessen Ergebnis aber erst nach dem letzten Schritt im Entwicklerbad zu überprüfen ist. Danach ist keine Änderung auf diesem Wege mehr möglich.

Grundsätzlich interessiert mich in meiner Arbeit das Anlegen eines immer größer werdenden Repertoires von Schablonen. Mit diesen erzeuge ich seit mehreren  Jahren vor allem kleinformatige Serien.

Sie sind durch ihren narrativen Charakter gekennzeichnet und wirken oft wie flott skizzierte Storyboards, in denen Umrisse von Figuren aus Tageszeitungen und Journalen, die mich bewegen und die ich festhalten möchte, eine zentrale Rolle spielen. Es sind Short Cuts: schnell geschnitten, tauchen diese wieder in ironischen Verkleidungen vor der undurchdringlichen Schwärze des Hintergrunds auf. Das Schattenspiel ergänzen auch oft noch dreidimensionale Fundstücke. Damit wird jedes Werk zum Dokument der "Entfaltung eines individuellen Augenblicks", wie Raoul Hausmann den Prozess der Herstellung von Fotogrammen nannte."

In den letzten Serien, die den Titel "Monkey Memory" tragen, beschäftige ich mich mit dem Thema Verwandlung.

Es geht dabei um Metamorphosen und Traumbilder, die  durch die besondere Inszenierung eine Ambivalenz im Betrachter erreichen. Eine Art des Zurücktretens und Innehaltens, wie es beim Erwachen aus einem Traum empfunden werden kann.

Die auftretenden Masken verweisen in das Paradies der Vergangenheit, in die Zeit des magischen Denkens kleiner Kinder. Wie ein Filter werden sie vor die Realität geschoben.

www.waltraud.palme.ist.org

 

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